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Übel Blatt

Übel Blatt, aus der Feder von Etorouji Shiono, erscheint seit 2004 im japanischen Young Gangan Magazin und umfasst derzeit 16 Bände. Seit Oktober 2014 erscheint die Serie in Deutschland bei Kazé, wobei zunächst Band 0 (!) veröffentlicht wurde, der einige wichtige Hintergrundinformationen gibt, jedoch manche Drehung und Wendung aus dem späteren Verlauf vorwegnimmt. Zudem ist der Stil ein wenig anders als später. Man kann daher ohne Probleme auch bei Band 1 anfangen und Band 0 ab Band 8 ca. dann lesen. Das soll jedoch keineswegs heissen, dass Band 0 von Übel Blatt langweilig wäre, im Gegenteil.

Übel Blatt spielt in einer Fantasywelt, die einst von Helden gerettet wurde. 14 zogen aus, mit heiligen Lanzen vom König, um die dunkle Armee des Wischtech Reichs zu bekämpfen, die das Königreich Saalandien bedrohte. Drei ihrer starben auf dem Weg, ihrer vier betrogen die Gemeinschaft. Doch sieben Helden besiegten die Dunkelheit und kehrten ruhmreich zurück. Das war vor 20 Jahren und nun erhebt sich die Dunkelheit erneut in den Grenzlanden in Form der Schwarzen Schwingen-Schwert-Armee. Denn die vier betrügerischen Lanzen, die man für Tod hielt, sind zurückgekehrt und überziehen die Grenzlande mit Gewalt und Tod.

In diesen Grenzlanden kämpft Keinzell gegen die Schwarze Schwingen-Schwert-Armee und erhebt sich gegen die mächtigen Lanzen – doch ist er auch der neue Held, den die Prophezeiung vorhergesagt hat? Den so ganz mag man das bei diesem zierlich aussehenden Nicht-Menschen (spitze Ohren), gar nicht glauben. Doch Keinzell ist nicht so schwach wie er aussieht, und er hat auch eine andere Version der Geschichte hintern den 14 Helden parat…

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Übel Blatt – nichts für sensible Leser

Übel Blatt ist, wie auch Berserk, nichts für allzu zartbesaitete Leser. Blut fließt in Strömen, Gewalt ist überall, Körperteile werden einfach abgetrennt und auch manche Tiere kommen nicht gut weg. Wer ruhigere Fantasy möchte, sollte sich da eher bei Record of Lodoss War umsehen… wer jedoch mal etwas „Fantasy für Erwachsene“ möchte, ist hier genau richtig. Zumal auch der Erotikteil manchmal nicht zu knapp ausfällt. Übel Blatt handelt eher von knallharten Wirklichkeit des Krieges und seiner Schrecken, als von einer „weichgespülten“ und romantischen Version dieses. Hier gibt es nicht nur Ruhm, sondern auch pure Verzweiflung.

Keinzell ist dabei ein typischer Antiheld: Er tötet ohne mit der Wimper zu zucken und metzelt sich brutal durch seine Gegner. Trotzdem hat er, natürlich, eine gute Seite, die manchmal zum Vorschein kommt, besonders wenn es um die Unterdrückung von Menschen und Ungerechtigkeit geht. Doch keiner kann ihm von seiner Rache abhalten. Diese ist eng mit der Geschichte verwoben, welche, ohne zuviel zu verraten, durchaus spannend ist und viele interessante Fragezeichen aufwirft. Zu Beginn scheint sie recht simpel zu sein, dies ändert sich jedoch mit jedem Kapitel, so dass man immer mehr von der wahren Geschichte der 14 Helden erfahren möchte. Der Zeichenstil bringt die gesamte Geschichte zwar gut auf Papier, weißt jedoch manchmal Unstimmigkeiten auf. Insgesamt ist der Stil jedoch „okay“ und auf dem Niveau der meisten aktuellen Manga.

Fazit zu Übel Blatt

Übel Blatt teilt sich einige Gemeinsamkeiten mit Berserk und ist daher einer der wenigen „härteren“ Fantasy-Mangas auf dem Markt. Auf eine gute Story muss man dabei jedoch nicht verzichten!

About Tim

Tim
ist 25 hat Anglistik, Germanistik und Medienpraxis in Essen studiert. Seit der Veröffentlichung von Dragonball ist er Manga- und Anime-Fan mit einer Vorliebe für Shounen-Manga und gute Stories.

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One comment

  1. Das mit Band 0 klingt ja recht unglücklich, wenn es tatsache Sachen vorwegnimmt. Übel Blatt (Wundervoll trashige Übersetzung des Japanischen Titels „Böses Schwertblatt“) hat wohl zwei Dinge im Überfluss: Gore und Nackte haut. Es ist natürlich okay wenn der Mangaka mit diesen zwei Punkten Konsequent ist, ich selber würde mir aber allgemein auch mal mehr ernste Fantasy wieder wünschen ohne das gleich Mechas und ähnliches auftreten, klassische Szenarios sind da leider neben ROLW die seltenheit.

    Eine nette Review, auch wenn ich den Wertungskasten lieber nach unten packen würde, man übersieht ihn rechts oben so leicht

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