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Interview mit Strawberry Marshmallow

strawberry-marshmallow-logo Bunte Turnschuh-Ohrstecker, Ketten mit realistischen Herz-Anhängern, individuell gestaltete Kopfhörer und vieles mehr gibt es bei Strawberry Marshmallow zu entdecken. Das Duo Mary und Tool haben uns einiges über ihre Arbeit in einem Interview verraten!

„Strawberry Marshmallow“ klingt niedlich. Wie seid ihr auf den Namen gekommen?
Tool: Den Namen hat sich Mary ausgedacht als sie vor drei Jahren den Anime „Strawberry Marshmallow“ gesehen hat.

Wer arbeitet bei Strawberry Marshmallow mit?
Tool: Mary ist bisher komplett für die Produktion der Sachen zuständig. Was das Design angeht, tauschen wir uns immer wieder aus, aber sie entscheidet was wie umgesetzt wird. Ich selbst über nehme den technischen Teil, also grafische Dinge wie Bildbearbeitung, Anfragen, Kundenservice und auch den Verwaltungsteil.

Was bietet ihr alles unter dem Label Strawberry Marshmallow an?
Tool: Wir bieten dem Kunden die Möglichkeit, sich seine Wünsche zu erfüllen. Wir machen die Art von Accessoires und Schmuck, die man sonst nicht so schnell findet. Zum Beispiel Kopfhörer mit allen möglichen Designs und Gestaltungsvarianten, Armbänder (auch sog. Bettlerambänder), Ohrstecker, Ketten, Handy-Hüllen-Verzierungen, Chibi-Figürchen, Brautpaar Figuren für Hochzeiten, Figuren in Normalgröße (also z.B. 10-15 cm groß), Uhren, Accessoires für Cosplays usw.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen handgemachten Schmuck anzubieten?
Mary: Also ich kam auf die Idee, als ich vor Jahren mal auf Animexx zufällig auf Fimo-Arbeiten und Werkzeuge stieß. Ich fand die Bilder und Arbeiten interessant und probierte es direkt selbst aus – doch der erste Versuch überzeugte mich noch nicht direkt. Ein Jahr später machte ich mich erneut daran und blieb dann dabei. So entwickelte es sich langsam bis heute.

„Strawberry Marshmallow“ gibt es bereits seit fast drei Jahren. Hattet ihr etwas Besonderes zum Jubiläum geplant?
Tool: Wir hatten unser Jubiläum und im Zuge dessen gab es im Februar diesen Jahres (2014) auch eine Langzeit-Aktion, bei der jede 10. Überweisung für einen Auftrag zurücküberwiesen wurde der Auftrag kostenlos gemacht wurde. Leider kam diese Aktion nicht so an wie gewünscht. Vielleicht findet die Aktion bei dem nächsten Jubiläum mehr Anklang.

Arbeitet ihr an „Straberry Marshmallow“ hauptberuflich?
Tool: Also ich arbeite noch neben Strawberry Marshmallow um mir etwas dazu zu verdienen. Ich plane im nächsten Jahr noch eine Ausbildung zu beginnen, ob diese nun in Richtung Kreativität und Design geht, das weiß ich noch nicht genau.
Mary: Beruflich widme ich mich momentan komplett Strawberry Marshmallow. Wie es ansonsten weitergeht habe ich noch nicht entschieden.

Wo kann man eure Produkte überall erwerben?
Tool: Unsere Arbeiten findet man auf Dawanda, auf Facebook und manchmal laufe ich auch hier in Bielefeld ein wenig durch die Stadt und verteile Flyer und verkaufe hin und wieder auch was direkt auf der Straße. Aber unsere Haupt-Anlaufstelle ist unsere Facebook-Page.

Wie kommt es, dass es derzeit keine Produkte in eurem Strawberry Marshmallow Dawanda-Shop gibt?
Tool: Das liegt daran, dass es in letzter Zeit mit Dawanda technische Probleme gab. Wir haben uns daher auch entschieden, nachdem die Probleme behoben waren, dass wir von nun an das Konzept, welches wir auf Dawanda hatten, umgestalten.

Gibt es Pläne einen eigenen Shop auf die Beine zu stellen (ohne DaWanda)?
Tool: Ja die gibt es tatsächlich. Wir würden gern über eine eigene Homepage einen zusätzlichen Shop aufmachen. Und „zusätzlich“ muss hier betont werden, da wir dann immernoch Dawanda und Facebook als Umschlagstellen für unseren Verkauf nutzen wollen. Man erreicht so einfach die Menschen, die sich für das interessieren, was man macht.

Findet man Strawberry Marshmallow auch auf Conventions?
Tool: Auf Conventions waren wir zu unserem Bedauern in der letzten Zeit nicht zu Gange, jedoch wollen wir das ändern und im kommenden Jahr 2015 mehr auf Conventions und Künstlermessen vertreten sein.

Habt ihr schon feste Termine für Conventions in 2015?
Wir wollen auf Cons aktiv sein, jedoch müssen wir schauen wann wir im kommenden Jahr auf Conventions sind. Abgesehen von der Yukon im Frühjahr 2015 ist noch nichts fest geplant. Wir geben auch noch keine Termine bekannt da wir unsere Fans und Kunden im Zweifelsfall nicht enttäuschen wollen.

Gibt es etwas, das sich besonders gut verkauft?
Tool: Da wären zum Beispiel die Kopfhörer, oder die Supernatural ~inspired~ Artikel. Unsere Flügelschlüssel oder Armortentia Fläschchen, wie auch unsere realistischen Herzen, verkaufen sich sehr gut. Und nicht zu vergessen unsere Schildies.

Bei den Designs für Kopfhörer ist der Kreativität kaum eine Grenze gesetzt. Wie viele unterschiedliche Motive habt ihr dafür schon gezaubert?
Mary: Also es ist so, 50% der angefertigten Kopfhörer sind Arbeiten bei denen das Aussehen und Design vom Kunden entschieden wird, wir machen dann da nur den Feinschliff. Die restlichen Anfertigungen sind dann spontane Inspirations-Flash´s. . An einer Zahl gemessen waren sicher schon 50-60 Motive dabei.

Woher kommt eure Inspiration für Strawberry Marshmallow?
Mary: Meine Inspiration hole ich mir von überall her. Wenn mir etwas sehr gefällt oder zusagt versuche ich entweder genau das oder etwas Passendes dazu zu basteln. Meist komme ich auf die wirklich guten Ideen, indem ich etwas sehe, was in der Herstellung eine Herausforderung darstelltOder auch wenn ich Draußen bin, also in der Natur z.B., da bekommt ich oft Inspirationsschübe. Was auch noch sehr anspornend ist, sind andere Künstler! Egal ob die nun besser sind als man selbst oder einfach so super kreativ. Man lässt sich auch von den Arbeiten anderer Künstler gern inspirieren.

Ihr verkauft auch Wundertüten und Überraschungspakete in verschiedenen Größen. Was kann man alles darin finden?
Tool: Je nach Größe, kann man so ziemlich alles darin finden, was auch in diese Preiskategorie passt. Dazu muss gesagt werden, dass nur weil die Wundertüte S 6€ (10€ inkl. Versand) kostet, man nur etwas für den Preis bekommt. Im Gegenteil, wir haben es uns zur Aufgabe gemacht Dinge in die Wundertüten zu packen, die den Kaufpreis selbst um fast das Doppelte übersteigen.

Die geplanten „GAMER-Edition“-Wundertüten klingen sehr spannend. Könnt ihr uns schon einen kleinen Ausblick geben welche Spiele euch da Inspiration sein könnten?
Tool: Die GAMER Edition ist ja noch nicht 100% ausgereift, wir planen und setzen sie gerade um. Terranigma, Super Mario, Pokemon, HALO, Zelda, The Walking Dead, Sims, Minecraft, Fiesta Online, Mario Kart, Fable… sind zum Beispiel Titel, welche uns inspirieren.

Wollt ihr euch in Zukunft noch breiter aufstellen?
Mary: Ja, ich plane definitiv noch jemanden fest einzustellen und Strawberry Marshmallow soll sich auch soweit entwickeln, dass ich hoffentlich einen eigenen Laden aufmachen kann. Aber wann das alles umgesetzt werden wird bzw. kann, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.
In eurem Shop ist nicht alles “Kawaii”, auch Dämonenblut und realistische Herzen gibt es zu kaufen. Wovon lasst ihr euch inspirieren?
Mary: Ja das stimmt, Anfangs fand ich das „Kawaii“ einfach DAS Motto für unsere Sachen war, aber mittlerweille ist es eher ein alles-durch-die-Bank Gemisch. Ich probiere mich einfach in allen Bereichen die mir zusagen. Und das es auch mal ein wenig düsterer wird halte ich für eine gute Abwechslung. Bisher scheint das recht gut anzukommen.

Aus welchem Material stellt ihr euren Schmuck her? Und wie läuft die Verarbeitung ab?
Mary: Also ich arbeite fast ausschließlich mit Polymer Clay, umgangssprachlich auch Fimo genannt. Das ist eine Knet- und Modelliermasse, welche durch das zehn Minuten lange Backen in einem Umluft bzw. Ober- & Unterhitze Ofen bei 110 Grad, sich verfestigt und dadurch stabil und haltbar wird. Natürlich ist auch gebackenes Fimo nicht unzerbrechlich, jedoch sehr haltbar für eine Modelliermasse. Nachdem eine Arbeit gebacken und abgekühlt ist, wird sie mit Klarlack lackiert oder vor dem Lackieren noch bemalt, irgendwo drangeklebt oder ähnliches, je nach dem was damit gemacht werden soll. Bei Ketten zum Beispiel wird entweder eine extra Öse in dem Anhänger befestigt durch die man ihn später ganz leicht an ein Kettchen hängen kann.

Wie sieht der Prozess vor der Herstellung aus?
Mary: Es kommt immer ganz darauf an was der Auftrag ist. Seit neuestem bieten wir auch Skizzen an die entweder von mir oder von Tool gezeichnet werden. Sie dienen dazu, dem Kunden Aufschluss darüber zu geben, wie die Wunscharbeit in etwa am Ende aussehen wird. Geht es beispielsweise um eine Idee die umgesetzt werden muss, dann fange ich meist mit Notizen und Skizzen an. Dort arbeite ich meine Gedanken aus und gebe ihnen eine erste Form. So ist es einfacher für mich wieder Anschluss an die Arbeit zu finden, wenn ich vielleicht mal zwischendurch an etwas anderem arbeite.

Was macht euch bei der Herstellung am meisten Spaß? Habt ihr Lieblings-Designs?
Mary: Das Modellieren selbst. Kreativ sein, am besten ohne Vorgaben einfach die Fantasy „basteln“. Ich habe kein Lieblingsdesign.
Tool: Also ich selbst kann nur für mich sprechen, mir gefallen die Zelda Fan-Artikel sowie die etwas ausgefalleneren und düsteren Sachen mehr als der Rest. Auch mag ich „Main-Stream-Designs“ und Artikel mehr.

Woran habt ihr bisher am längsten gesessen?
Mary: Oh das ist gar nicht mal so einfach zu beantworten, da ich schon sooo viele Dinge gemacht habe, die länger gedauert haben. An einem Brautpaar z.B. saß ich mal ganze drei Tage! Es variiert immer ein wenig, weil man nicht immer vorher weiß, wie aufwendig etwas werden kann. Ich muss auch immer vorher schon ein wenig überlegen welche Technik am besten zu welcher Arbeit passt.

Ihr nehmt auch gerne Kundenwünsche an.
Tool: Hier muss ich ein wenig gegenkorrigieren, wir nehmen fast ausschließlich Kundenwünsche an. Wenn wir zum Beispiel etwas auf Facebook posten, dann kommen sehr oft direkt danach 3-4 Anfragen für eine Auftragsarbeit. Jedoch nur selten wird direkt nach der eben erst neuesten Kreation von uns gefragt, eher ist es so, dass wir gefragt werden ob wir dies oder jenes machen könnten.

Wie läuft das Ganze dann ab? Wie lange dauert es durchschnittlich von der Bestellung bis zur Auslieferung?
Tool: Wenn der Auftrag angenommen und bezahlt ist, dauert es im Schnitt 4-8 Wochen bis eine Auftragsarbeit fertig und beim Kunden angekommen ist. Doch muss man hier ganz klar sagen, dass wir auch sehr viele Aufträge haben die zu einem Festdatum fertig sein müssen. Erst kürzlich kam ein Auftrag rein der von der Annahme des Auftrags, bis zum Auslieferungstag an den Kunden nur sechs Tage Zeit hatte.

Musstet ihr schon mal Aufträge ablehnen?
Tool: Bisher musste noch kein Auftrag abgelehnt werden und wir hoffen das dies auch in der Zukunft so bleibt.

Gab es schon einmal größere Probleme bei einem Kundenwunsch?
Tool: Das war das besagte Brautpaar. Am Ende und nach Tagelanger Fitzelarbeit stieg die Kunden aus und zog den Auftrag zurück. Mit der Begründung, dass das Hochzeitskleid nicht 100% dem auf dem vorgegebenen Foto entsprach.
Zu unserer Verteidigung muss man sagen, dass das vorgegebene Foto gerade mal 200×150 Pixel groß war und wir somit nur eine bedingte Detailansicht hatten. Es war alles an dem Brautpaar von Hand gemacht und am Ende hats der Braut nicht gepasst. So kann’s gehen

Ab welchem Preis ist eine Auftragsarbeit erhältlich? Wie viel würde es zum Beispiel kosten eine Kette mit einem Oreo-Keks (in Original-Größe) anfertigen zu lassen?
Tool: Inklusive Versand wäre eine Oreo-Keks Kette ab 20€ bei uns zu haben (in der Original Größe). Also man kann sagen, die einfachsten Arbeiten fangen bei uns ab 15-16€ ohne Versand an.

Was sind die größten Herausforderungen, die ein Shop wie der eure zu bewältigen hat?
Tool: Also da gibt es leider viele Herausforderungen, die nicht immer einfach zu bewältigen sind. Besonders da wir momentan nur ein Zweierteam sind. Wenn z.B. einer mal länger wegen Krankheit ausfällt, bleibt die Arbeit am anderen hängen. Jedoch ist das nicht das größte Problem bzw. die größte Herausforderung. Ein Shop wie unserer, einer unter vielen Shops, muss sich beweisen. Je weniger einen kennen, umso weniger Fehltritte darf man sich erlauben und umso mehr muss man allgegenwärtig präsent sein. Am besten auf allen bekannten Plattformen gleichzeitig und wenn möglich noch die richtigen Leute kennen die Werbung für einen machen. Conventions dürfen da auch nicht fehlen.

Conventions sind nun mal der beste Treffpunkt für Otakus.
Viele denken, dass man „einfach so“ mal eben auf eine Convention fahren und dort als Händler auftreten kann. Doch dem ist leider nicht so! Besonders in den letzten beiden Jahren schossen Shops/Künstler wie unserer wie Pilze aus dem Boden. Das ist ein Faktor, der es uns, als professionelles Label, schwer macht, für den Kunden sichtbar zu bleiben. Die Veranstalter haben heutzutage freie Hand, da ja viele Zeichner z.B. auch nebenbei Hobbymäßig etwas aus Fimo (Polymer Clay) machen. Und wenn sie halbwegs gut darin sind, und einige dieser Künstler einen Tisch bzw. einen Platz auf einer Messe bzw. Convention bekommen, brauchen die Veranstalter dann keine Künstler dieser Art mehr. Daher muss man einfach, wenn einen Shop wie den unseren am Leben halten will, größer und bekannter werden, und somit auch viel investieren.

Image ist alles – und kostet Geld.
Mal ganz davon abgesehen, dass es darauf ankommt das man gut ist, spielen die Finanzen auch eine große Rolle. Denn besonders für Messen und Conventions muss man sehr viel Material im Vorfeld kaufen und vorbereiten, plus die Unkosten für eine Veranstaltung dieser Art.

Welche Tipps könnt ihr Fimo-Anfängern mit auf den Weg geben?
Auch wenn euch die Hände nach dem Kneten wehtun, macht weiter und versucht immer neue Dinge zu basteln. Findet raus was ihr am besten könnt und übt bis ihr es könnt. Und achtet darauf das der Ofen für eure Fimo Sachen nie heißer als 110 Grad ist. Außerdem: vor dem Arbeiten immer fleißig Hände waschen, sonst fusselt ihr alles zu.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?
Mary & Tool: Also wir wünschen uns das noch mehr Leute Gefallen an Strawberry Marshmallow und natürlich unseren Arbeiten selbst finden. Des Weiteren hoffen wir auch, in naher Zukunft jemand einstellen zu können (vorerst als Langzeit Praktikum über mehrere Monate), und auf vielen verschiedenen Conventions wollen wir in den folgenden Jahren auch vertreten sein.

Was sollte ein Strawberry Marshmallow-Praktikant mitbringen?
Also mitbringen sollte der/ die Praktikant/in großes Interesse an Bastel- und Fitzelarbeiten, Bereitschaft etwas zu lernen und sich ins Team einzubringen. Dazu Zeit um etwas zu lernen. Wir suchen einen Langzeitpraktikanten für wahrscheinlich erstmal 2-3 Monate. Aber wie lang genau müssen wir selbst noch festlegen. Ganz wichtig ist auch Zuverlässigkeit.

Ein letztes Statement von euch.
Wir wollen Großes mit unserem Label erreichen.

Vielen Dank an Mary und Tool von Strawberry Marshmallow,
die all unsere neugierigen Fragen beantwortet haben.

Mehr über ihre Arbeit erfahrt ihr auf ihrer Facebook-Seite, DaWanda und ihrer offiziellen Website. Die Bilder wurden uns freundlicherweise von Strawberry Marshmallow zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

About Tim

ist 25 hat Anglistik, Germanistik und Medienpraxis in Essen studiert. Seit der Veröffentlichung von Dragonball ist er Manga- und Anime-Fan mit einer Vorliebe für Shounen-Manga und gute Stories.

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