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Coppelion

Coppelion ist ein Anime vom Studio GoHands und lief von Oktober bis Dezember 2013 im japanischen Fernsehen. Es ist eine Adaption des gleichnamigen Manga von Tomonori Inoue, welcher seit 2008 erscheint und noch nicht abgeschlossen ist. Der Anime hingegen beschränkt die Handlung auf 13 Folgen und erscheint seit Januar 2015 in Deutschland bei Kazé.

Coppelion spielt in einer nahen Zukunft, in der Tokyo 2016 durch eine Kernschmelze im Odaiba Reaktor radioaktiv verseucht wurde. 20 Jahre später ist Tokyo ein Sperrgebiet und wird nur noch von wenigen Menschen (illegal) bewohnt. Die meisten der ursprünglichen Einwohner fielen der Katastrophe zum Opfer. Die dritte Division der Bodenstreitkräfte schickt die drei Schülerinnen Obara, Taeko und Aoi in das Sperrgebiet, um Überlebende zu lokalisieren und aus Tokyo rauszuholen. Warum ausgerechnet drei junge Mädchen diese Mission ausführen? Sie sind Coppelion – genetisch manipulierte Klone, die immun sind gegen die tödliche Strahlung und einige besondere Fähigkeiten haben.

Coppelion – Schulmädchen im Sperrgebiet

coppelionTokyo ist zu großen Teilen verlassen, doch ein Notrufsignal schickt die drei auf die Suche dem Ursprung. Sie finden zwar einen Überlebenden, doch dieser liegt im Sterben. Ibara heilt ihn, entgegen ihren Befehlen, mit einer sehr seltenen Spritze. Da dieser nicht der Verursacher war, geht die Suche weiter. Sie treffen auf ein Paar, dass bei der Kernschmelze aus dem Gefängnis entkommen konnte und nun Angst hat, dass ihnen ihre Tochter weggenommen wird, sowie Doctor Denjio Shiba. Dieser verteilt nicht nur Schutzanzüge gegen die Strahlung und Lebensmittel, sondern er ist auch der Erbauer des Kraftwerks. Da er sich die Schuld gibt, versucht er so für seine Sünden zu büßen. Doch es gibt nicht nur freundliche Menschen in Tokyo, denn aus irgendeinem Grund steigen teilweise die Strahlungswerte an mehreren Stellen an und Söldner attackieren die Coppelions mit einem Kampfjet. Man ergänze diese Mischung mit Coppelions, die tödliche Fähigkeiten haben und genetisch auf einer heimlichen Massenmörderin basieren und fertig ist der radioaktive Cocktail im verstrahlten Tokyo.

Coppelion – optisch hui

Coppelion ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen ist das Setting eines der interessanteren der letzten Jahre: Eine verlassene Millionenmetropole, überwuchert von der Natur und (fast) nicht belohnt. Doch irgendwie wird dies Ausgangslage nicht richtig genutzt. Man hätte langsam die Hintergründe hinter dem Unfall aufdecken können, langsam mehr von der Stadt erkunden und dabei auf verschiedenste Bewohner treffen können. Leider passiert das bereits in den ersten vier Folgen und der Rest der Serie konzentriert sich auf eine einzige Saga. Diese ist trotz ihrer zusammenhängenden Geschichte immer recht simpel gestrickt und besteht pro Folge aus Problem und Lösung. Damit kann man sich jedoch anfreunden und sich einfach zurücklehnen. Denn Coppelion ist optisch eine Augenweide. Wunderbare Kombination von CGI und Zeichnungen, fliesende Animation und die schönsten Hintergründe, die bisher in einer TV-Produktion verwendet wurden. Und auch die Charakteranimationen sind immer flüssig und einfach schön. Wo wir bei einer der Schwächen wären: Die Charaktere.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=hAAIlAEn0sc

Charaktere meh

Die Charaktere sind leider die Schwachstelle von Coppelion und gehören, leider, in die Schublade „flach“. Die Hauptcharaktere sind alle unterschiedliche Stereotypen (Die Anführerin, die Naive, die Kluge) und irgendwie wirken auch die Nebencharaktere so, als spielen sie nur die Rolle, die sie spielen müssen. Am interessantesten kommt nach Haruto herüber, ein Coppelion der Kampftruppe. Dieser hat eine Abneigung gegen Menschen, wandelt sich aber. Er macht eine Entwicklung durch. Das machen die beiden anderen Mitglieder der Kampftruppe zwar auch, aber wenn man sich einfach so wandelt nachdem man versucht hat jemanden mehrere Folgen lang zu töten… kommt das nicht natürlich rüber. Das ist so, als wäre Vegeta nach dem Kampf gegen Son-Goku direkt sein bester Freund. Das passiert einfach nicht.

Was bleibt am Ende? Ein wunderschöner Anime mit einer durchwachsenen Story und nur halbwegs-interessanten Charaktere. Und einem sehr coolen Setting. Habe ich schon die Animationen und Hintergründe erwähnt? Zum verlieben.

About Tim

ist 25 hat Anglistik, Germanistik und Medienpraxis in Essen studiert. Seit der Veröffentlichung von Dragonball ist er Manga- und Anime-Fan mit einer Vorliebe für Shounen-Manga und gute Stories.

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